Bloggen kritisch betrachtet: Real or Fake?

Weltweit gibt es mehrere Millionen Blogs. Die meisten bekannten Bloggerinnen geben, wenn man sie zu ihren Beweggründen mit dem Bloggen angefangen zu haben an, dass sie es vorwiegend gemacht haben um ihre Freunde und Familien über Reisen auf dem laufenden zu halten. Danach haben sich die Blogs, auch oftmals wegen schon vorhandener Bekanntheit auf Instagram, zu dem entwickelt, was sie jetzt sind.

INfleur hat ja bereits darüber berichtet was Blogger teilweise verdienen und wie einige ihr Hobby zum Beruf machten. Dabei stand im Vordergrund immer das Schreiben, die Kreativität und der Wunsch der aufgebauten Community etwas mitzugeben. Dies hat sich stark verändert.

 

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Man könnte derzeit  meinen, dass jeder zum Blogger werden möchte. Bloggen liegt sehr stark im Trend, es werden sogar Kurse dafür verkauft wie man denn am besten startet und bekannt wird. Vor kurzem veröffentlichte eine noch sehr kleine Bloggerin einen sehr interessanten Artikel zu diesem Thema in dem sie schreibt:

Bildschirmfoto 2017-09-12 um 14.00.26

Aufgehört hat diese Bloggerin weil sie meinte, bloggen sei für sie nur Druck gewesen regelmäßig zu posten. Sie möchte sich nicht verstellen um in diese Welt zu gehören. Und für sie gehört zu einem schönen Leben mehr als nur perfekte Fotos auf Instagram. Den ganzen Post findet ihr übrigens hier:

Judyaries- Das Ende

 

Falsche Beweggründe

Dieser ganze Bloggerwahn macht es auch für Follower schwer noch authentische Personen im Internet zu finden, die das Bloggen nicht nur wegen Geld, Geschenken oder Bekanntheit machen, sondern wirklich gerne schreiben und guten Content produzieren. Blogs dienen vielen zur Inspiration und helfen auch vielen Menschen in gewisser Weise weiter. Für die wirklich guten Blogger, von denen es zweifellos zahlreiche gibt, ist es eine tolle Möglichkeit ihre Kreativität und Leidenschaft im Beruf auszuleben. So viele der Social Media Influencer haben wahnsinnig großes Talent, was Fotografie, Bildbearbeitung oder Videobearbeitung betrifft und wissen dieses Talent auch gekonnt einzusetzten, sodass ein authentisches Bild einer realen Person entsteht, mit der sich Leser gut identifizieren können. Wirklich tolle Influencer erkennt man vor allem daran, dass sie genau auswählen, für welche Produkte sie werben wollen. Produkte die zu ihnen passen, die sie wirklich mögen und auch selber kaufen würden. Blogger, die ständig für alles Mögliche werben und deren Beiträge überhaupt keinen roten Faden haben, sind absolut unglaubwürdig.

 

Fake Follower

Wie viele Bloggerinen kaufen sich Likes und Follower? Mehr als genug. Ganz leicht daran zu erkennen, dass manche der „Social Media Stars“ oft bis zu 70k Follower haben allerdings kaum Likes oder Kommentare.  Alleine deswegen merkt man schon, dass sehr viele einfach Zwanghaft in diese Traum-Blogger-Welt gehören wollen, weil Bloggen gerade ein Trend ist, der an keinem vorbeigeht. Jeder möchte gerne dabei sein.

Auch einige Bloggermädels, die sich ihre Community über Jahre aufgebaut haben, berichten von diesem Problem, welches für sie als Expertinnen im Social Media Bereich wohl kaum unbemerkbar bleibt. (Zu diesem Thema hat eine der bekanntesten und talentiertesten Bloggerinnen Österreichs annalaurakummer einen sehr ausführlichen Artikel geschrieben:Fake Instagram: Follower kaufen & Like-Bote ). Wenn plötzlich irgendwelche Accounts mit mäßigen Bildern und qualitativ wenig wertvollem Content mehr Follower haben, kann ganz klar etwas nicht stimmen. Man fragt sich, ob diese möchtegern Influencer glauben, dass niemand bemerkt, wenn ein Bild 500 und ein anderes Bild plötzlich 10 000 Likes hat. Andererseits ist es auch kein großes Wunder, dass viele keine andere Möglichkeit sehen als sich Follower zu kaufen, denn mal ehrlich: wer folgt schon einem neuen Account der ohnedies ist, wie jeder andere?

Alles das selbe?

Als „normaler Mensch“ kommt man sich schon fast blöd vor ein unperfektes, unbearbeitetes, ungestelltes Bild zu posten. Und Probleme, wie ein perfekter Feed, werden wichtiger als Spaß am Fotografieren und gute Bilder zu teilen. Jeder rückt sein Avocadobrot oder seine Smoothiebowl vor dem Essen fünf Mal hin und her, um ein annähernd bloggertaugliches, cooles Instagram-Foto zu machen. Das Meer und Landschaften werden so stark bearbeitet, dass man fast enttäuscht ist, wenn man im Urlaubsziel ankommt und sich fragt, wo denn diese ganzen tollen Bilder entstanden sind.

Ob es wirklich sinnvoll ist, dass plötzlich alle „Blogger“ werden wollen? Wohl kaum! Zum Einen sieht man ohnedies schon fast auf allen Instagram Feeds das Gleiche: Blumen, Kaffee, einige Beautyprodukte, traumhafte Reiseziele, teure Handtaschen; alles schön in Szene gesetzt und bearbeitet. Jeder möchte sein, wie der andere. Kleine Accounts wollen groß werden, große Accounts wollen noch größer werden und im Prinzip fotografiert jeder das selbe. Ein realistisches Bild eines normalen Lebensstils geht völlig verloren in der ganzen Instagram, Photoshop Travel Welt. Zum Anderen, welcher Jugendliche –und das ist wohl die Zielgruppe der meisten Blogs- kann sich schon eine teure Chanel Tasche leisten. Schwer als „normale Person“ hier mitzuhalten und noch schwieriger, sich von der Masse abzuheben!

In diesem Artikel sollen keine Blogger schlecht gemacht werden, die das Ganze mit großer Leidenschaft betreiben und wirklich ehrlich Erfolg damit haben. Es soll nur angesprochen werden, dass Bloggen kein Muss ist und dass nicht jeder Blogger werden muss und kann.  Es ist eine Unterhaltungsform, die man nutzen kann oder auch nicht. Für die meisten Social Media Nutzer führt kein Weg daran vorbei, da Influencer einfach überall präsent sind. Bloggen soll kein Zwang sein und kein Trend, den jeder mitmacht. Man sollte sich schon überlegen, ob man wirklich das Zeug dazu hat und auch von den richtigen Absichten angetrieben wird. Geschenke und gratis Produkte sind nicht alles, was Blogger ausmacht. Es steckt ohne Zweifel sehr viel Arbeit dahinter und beansprucht auf jeden Fall Talent in kreativen und sozialen Bereichen. Nachzuahmen hat keinen Sinn!

Natürlich sind für uns -von INfleur- Blogger, Influencer und Instagram Stars sehr interessant. Allerdings wollen wir auch unsere Leser dazu anregen, etwas kritischer mit diversem Content umzugehen und sich selbst treu zu bleiben.

(Featured Image:Instagram- xeniaoverdose)

Nina Gundacker

Nina ist 19 Jahre alt und berichtet für Infleur seit März 2017 aus Österreich. Sie ist Studentin in Wien und liebt es zu reisen. Zu finden ist sie auch auf Instagram @gundackernina.

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